Den Darm operativ vergrößern

Beim Kurzdarmsyndrom ist die Fläche, über die der Darm Nährstoffe, Flüssigkeiten und Mineralien aufnehmen kann, stark reduziert. Führen diätetische und medikamentöse Maßnahmen nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, können noch chirurgische Maßnahmen in Erwägung gezogen werden.

Ziele eines chirurgischen Eingriffs sind

  • die Verlängerung der Passage- und Kontaktzeit des Speisebreis mit dem Darm sowie
  • die Vergrößerung der Resorptionsfläche.

Es gibt verschiedene chirurgische Methoden den Darm zu verlängern:

  • die Dünndarmverlängerung durch Längsspaltung (Longitudinal Intestinal Lengthening and Tailoring [LILT] nach Bianchi), s. Abbildung 1.
  • die transversale (quere) Verlängerung des Darms (durch eine Serial Transversal Enterostomy Procedure [STEP]). Hierbei wird der Darm transversal (quer) zickzackartig eingeschnitten und so verlängert, s. Abbildung 2.

Der Erfolg einer Darmverlängerung – definiert als das Erreichen der intestinalen Autonomie (selbständige Darmtätigkeit) – liegt bei circa 70 %.1 Ein Teilerfolg liegt vor, wenn die parenterale Ernährung wesentlich reduziert werden kann (infusionsfreie Tage oder eine um > 50 % verringerte Infusionsmenge).1

Ob ein operativer Eingriff im Einzelfall in Betracht kommt, muss ein auf diesem Gebiet erfahrener Chirurg entscheiden.2

Abb. 1. Dünndarmverlängerung durch Längsspaltung (LILT nach Bianchi)

Abb. 2. Querverlängerung des Darms durch Zickzackschnitte (STEP)

  1. Krawinkel M et al.: Chronic intestinal failure in children. Dtsch Arztebl Int 2012; 109(22-23): 409-15.

  2. Lamprecht G. et al. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. in Zusammenarbeit mit der AKE, der GESKES und der DGVS. Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 3) – Chronisches Darmversagen. Aktuel Ernahrungsmed 2014; 39: e57–e71.

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